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Von Damm zu Dam(ned) Teil 2

Wieder mal auf der Straße, so ist es eben in Namibia. Das Land ist riesig und die Entfernungen somit weit. Will man bestimmte Orte besuchen kommt man um stundenlanges Autofahren nicht drum rum. Die Hauptstrecken sind allerdings sehr gut ausgebaut und heute sind die rund 230 Km schnell geschafft.

 

Die Lodge "Die Dam" in Gobabis liegt wie der Name schon sagt direkt am Damm. Wir werden freundlich begrüßt und bekommen einen schönen Platz mit eigener Feuerstelle, Rasenfläche, eigenem Schattenplatz, eigenen sanitären Einrichtungen und So viel Wasser und Strom wie wir wollen. Auch wenn unsere Batterie unseren Kühlschrank lange am laufen hält nutzen wir so oft es eben geht, vor allem wenn wir wie hier ein paar Tagen bleiben wollen, das Stromnetz. Wir freuen uns hier wieder einige Tage am Stück bleiben zu können und stecken den Kühlschrank ein. Hier gehen wir ein paar Tage zurück.

 

Unser Auto hat, wie alle Fahrzeuge dieser Bauart, eine klappe - seitlich am Canopy (Kofferraum). Wenn man nun in Namibia, oder sonst wo, mit einem solchen Fahrzeug über Schotter- oder Sandpisten fährt, auf denen es aufgrund wenigem Niederschlags ordentlich staubt, öffnet man diese Klappe damit im Laderaum kein Unterdruck entsteht der denn ganzen Staub "aufsaugt". Begeistert von der Landschaft am Pass und der Wüste im Namib-Naukluft-Park dachte an solche Kleinigkeiten von uns natürlich niemand. Als wir dann an der Hauchobfontein-Farm ankamen sahen wir den Schlamassel natürlich, außer dem Ärger jetzt alles putzen zu müssen und einem etwas lauteren Lüftergeräusch im Kühlschrank beachteten wir das aber kaum. Heute wissen wir es besser.

 

Wir stecken also um und der Kühlschrank macht keinen Mucks. Bis eben lief er noch und wir sind etwas ratlos. Also Bedienungsanleitung raus und nachgesehen. Fehleranzeige: "Ventilator stark verschmutzt oder kaputt"

Na toll, wenn´s doch nur mal einfach laufen würden. Also Kühlschrank auseinander bauen, reinigen - läuft nicht. Auch nach mehreren weiteren Versuchen nichts zu machen.

Typisch "deutsch", das schlimmste erwartend, gehen wir also davon aus morgen wieder nach Windhoek fahren zu müssen. Der Kühlschrank ist ja immerhin nagelneu und hat inkl. Batterie rund 1200€ gekostet. Kann ja wohl nicht sein das der jetzt schon nicht mehr geht und deshalb wollen wir denn Fall natürlich zum Garantiefall machen. Zugelassene Werkstätten gibt es in Namibia aber nur 3. Eine in Windhoek und zwei an der Küste (das ist Afrika). Wir machen uns große Sorgen ob unser Visum uns überhaupt noch erlaubt noch so lange in Namibia zu bleiben wie die Reparatur unserer Befürchtung nach in Afrika wohl dauern wird (denn es ist Afrika). Obwohl wir nun ziemlich genervt und entmutigt sind fast sich Anna ein Herz. Sie geht also zur Rezeption um zu fragen ob wir unser Fleisch über Nacht in den „Lodgkühschrank“ lege dürfen. Eine nicht selbstverständliche Sache. In manchen Lodges in Namibia sind Camper/Selbstversorger im Restaurantbereich und oft auch am Pool nicht willkommen (wir selbst haben das noch nie erlebt, auf den HP mancher Lodges kann man das aber auch so nachlesen) und eine solche abfuhr können wir gerade echt nicht brauchen. Die Managerin kommentiert die Aufregung mit: "ach Kindchen, das ist Afrika" (ein Spruch den wir schon so oft und in so vielen Variationen gehört haben das wir es nicht mehr zählen können) Und dann zeigt sich was auch noch Afrika ist.

Die Menschen helfen einander, meistens. Hier ist das noch wichtig, ob fremde oder nicht. Sie zeigt Anna also wo sie das Fleisch einräumen und jederzeit darauf zugreifen kann und ruft ihren Elektriker an. 

 

Es dauert keine Viertel Std. und der Elektriker ist da. Er macht sich sofort und unkompliziert an die Arbeit, informiert uns, während wir im Restaurant beim Frühstück sitzen das er ein Ersatzteil braucht und das er losgeht eines besorgen.

Natürlich ist es der Ventilator. Der Motor ist kaputt. Der viele Staub hat ihn blockiert und so muss ein neuer Ventilator aufgetrieben werden. Wenn einer verfügbar ist, eine Sache von einer halben Std., sagt er. Uns rutscht das Herz in die Hose. Unsere Erfahrung mit der Verfügbarkeit nicht vorbestellter Wahren in den großen Städten Namibias sagt uns, dass wir niemals einen neuen Ventilator bekommen, zumindest nicht in der Zeit die wir noch im Land bleiben dürfen. Wir sind noch nicht einmal fertig mit frühstücken da werden wir eines Besseren belehrt. Berti, so heißt der Mann der Stunde, kommt mit seinem fast Zahnlosen lächeln ins Restaurant und teilt uns freudestrahlend mit das unser Kühlschrank wieder läuft. Er habe einen etwas leistungsfähigeren Ventilator besorgt mit einem besseren Motor um dem Problem vorzubeugen. Nun sind wir gespannt auf die Rechnung. Die ganze Sache kostet uns am Schluss kaum 47€ - Ersatzteil, Ersatzteilbeschaffung, Anfahrt und Arbeitszeit - alles zusammen. Wir sind, auch wenn sich damit der Garantie nun erledigt hat, wieder sehr glücklich und lassen es uns abends noch ordentlich schmecken.

Die nächsten Tage sind sehr entspannt. Wir gehen ein wenig am Damm fischen wo wir unser Improvisiertes Sonnendach testen, welches Anna sehr gewissenhaft und und hingebungsvoll, bereits in Sawakopmund fertiggestellt hat und welches gut Funktioniert.

Wir lernen auch ein paar sehr nette und informative einheimische kennen mit denen wir uns bestens unterhalten. Wir tauschen uns auch übers Angeln aus - nutzt nichts...

 

Am nächsten Tag verirren sich dann doch noch ein paar maximal Handteller große Fische an den Hacken. Nachdem wir einen aufschneiden um ihn als Köder für die größeren Fische zu benutzen und dieser kaum mehr Eingeweide sondern nur noch Würmer in sich hat, beschließen wir nach ein paar Tagen es ist genug geangelt. Wir haben im Internet ein super Angebot für eine Unterkunft gefunden. Ein Ganzes Ferienhaus auf einer echten Farm, mit Badewanne, 28 €/N und nur 45 Km entfernt. Am Tag darauf geht es voller Vorfreude los...

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Kommentare: 2
  • #1

    Inge Leute (Samstag, 10 März 2018)

    Hi ihr Lieben , schön wie ihr das alles meistert & improvisiert bekommt. Ganz großes Lob.Passt gut auf euch auf.lg. Inge

  • #2

    Anna & Björn (Montag, 12 März 2018 15:27)

    Vielen Dank liebe Inge.